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Hochzeits-DJ buchen: Die 10 Fragen, die ihr vor der Zusage stellen solltet

vor 14 Minuten
4 Min. Lesezeit

Fast jedes Brautpaar, das bei mir anruft, stellt zuerst dieselbe Frage: Was kostet das? Das ist verständlich – und es ist die Frage, die am wenigsten über euren Abend verrät.

Ich spiele seit über zwanzig Jahren Hochzeiten. In dieser Zeit habe ich genug Abende gesehen, die an Kleinigkeiten gekippt sind, die vorher mit einer einzigen Frage sichtbar gewesen wären. Deshalb habe ich sie aufgeschrieben – die zehn Fragen, die ich selbst stellen würde, wenn ich einen DJ für meine eigene Hochzeit buchen müsste.

Stellt sie jedem, mit dem ihr sprecht. Achtet dabei weniger auf den Inhalt der Antwort als darauf, wie schnell und wie konkret sie kommt. Wer das jeden Samstag macht, muss nicht überlegen.



1. Wer steht am Hochzeitstag wirklich hinter den Decks?


Bei Agenturen lernt ihr oft jemanden kennen, der am Tag selbst nicht erscheint. Vermittelt wird, wer gerade frei ist. Ihr bucht einen Namen, kein Gesicht – und merkt es erst, wenn jemand Fremdes aufbaut.

Fragt das wörtlich, und lasst euch den Namen in den Vertrag schreiben. Eine gute Antwort ist kurz: „Ich. Immer ich.”


2. Wie läuft unser Abend ab – und wer gibt den Takt vor?


Eine Hochzeit besteht aus Übergängen: Einzug, Essen, Reden, Torte, Eröffnungstanz. Irgendjemand muss wissen, wann was passiert, und das mit Fotograf, Caterer und Location abstimmen.

Macht das niemand, entstehen genau die Löcher, in denen Stimmung stirbt – die zwanzig Minuten, in denen alle sitzen und keiner weiß, worauf gewartet wird. Fragt nach einem konkreten Ablaufplan. „Wird schon” ist keine Planung.







3. Was macht ihr, wenn die Tanzfläche leer bleibt?


Das ist die eigentliche Prüfungsfrage. Eine volle Tanzfläche weiterzuspielen kann jeder. Die Arbeit liegt darin, nach dreißig Sekunden zu merken, dass ein Lied nicht trägt – und zu reagieren, bevor die Leute sich setzen. Denn sitzende Gäste stehen selten wieder auf.

Eine gute Antwort beschreibt eine Situation. Eine schlechte beschreibt eine Playlist.




4. Wie geht ihr mit Musikwünschen unserer Gäste um?


„Ich spiele alles, was gewünscht wird” klingt freundlich. In der Praxis heißt es: Der Abend gehört dem lautesten Gast.

Ein erfahrener DJ nimmt jeden Wunsch an und entscheidet dann, wann er passt – manchmal sofort, manchmal zwei Stunden später, manchmal gar nicht. Das ist kein Eigensinn, das ist der Unterschied zwischen einer Hochzeit und einer Jukebox.


5. Wie viele Hochzeiten habt ihr im letzten Jahr gespielt?


Erfahrung lässt sich nicht erzählen, nur zählen. Fragt zusätzlich, wie viele davon in Locations wie eurer waren: Ein Saal, eine Scheune und ein Zelt sind drei völlig verschiedene akustische Aufgaben. Wer eine Scheune nicht kennt, stellt die Anlage auf und wundert sich über den Hall.

Eine gute Antwort ist eine Zahl, ohne Zögern.


6. Was passiert, wenn ihr am Hochzeitstag krank werdet?


Die unangenehmste Frage – und die wichtigste. Jeder kann ausfallen, auch der beste DJ. Entscheidend ist, ob es dafür einen Plan gibt oder ob ihr drei Tage vor der Hochzeit selbst zu telefonieren anfangt.

Gute DJs haben Kollegen, die sie namentlich nennen können, und übergeben im Ernstfall den kompletten Ablauf. Eine Floskel wie „das ist mir noch nie passiert” ist keine Absicherung.


7. Welche Technik bringt ihr mit – und was, wenn etwas ausfällt?


Technik fällt aus, irgendwann. Die Frage ist nur, ob daraus eine Pause von dreißig Sekunden wird oder das Ende des Abends.

Fragt nicht nach Markennamen, sondern nach Ersatz: zweiter Player, zweites Mischpult, Ersatzendstufe, Ersatzmikrofon. Wer das aufzählen kann, hat es dabei. Wer ausweicht, hat es nicht.


8. Wann seid ihr vor Ort und wie lange dauert der Aufbau?


Aufbau vor den Augen der Gäste ist der schnellste Weg, eine teure Hochzeit billig aussehen zu lassen. Wer früh kommt, hat Zeit, den Raum einzumessen und die Anlage auf die Wände abzustimmen.

Vor allem aber: Ihr habt niemanden, der im Hintergrund Kabel zieht, während ihr anstoßt. Eine gute Antwort nennt eine Uhrzeit, die deutlich vor euren Gästen liegt.


9. Übernehmt ihr auch Trauung und Sektempfang?


Freie Trauung, Empfang und Party brauchen drei verschiedene Aufbauten an drei verschiedenen Orten – oft draußen, oft ohne Strom in der Nähe.

Wer nur die Party macht, überlässt euch ausgerechnet die beiden Momente, an die sich eure Gäste am längsten erinnern: das Ja-Wort und die erste Stunde danach. Fragt nach eigener Technik pro Bereich, nicht nach einem Lautsprecher für alles.


10. Was kostet es am Ende wirklich?


Jetzt dürft ihr nach dem Preis fragen – aber richtig. Der genannte Betrag ist selten der Rechnungsbetrag.

Fragt ausdrücklich nach Anfahrt, Übernachtung, Aufbauzeit, zusätzlichen Bereichen und Überstunden nach Mitternacht. Ein niedriger Startpreis mit fünf Posten darunter ist am Ende teurer als ein ehrlicher Komplettpreis. Eine gute Antwort ist eine Zahl, die bis zum Schluss hält.


Und was, wenn ein DJ bei einer Frage ins Schwimmen kommt?


Dann habt ihr genau das erfahren, was ihr wissen wolltet – und zwar vor der Unterschrift statt an eurem Hochzeitstag.

Diese zehn Fragen sind kein Test, den man bestehen oder durchfallen kann. Sie sind ein Werkzeug, um Erfahrung von Selbstdarstellung zu unterscheiden. Und sie funktionieren bei jedem DJ, nicht nur bei mir.

Stellt sie mir gerne selbst. In einem Gespräch, ohne Verkaufsdruck und ohne Vertrag auf dem Tisch. Danach wisst ihr, ob wir zu eurer Hochzeit passen – und falls nicht, sage ich euch das auch.

 
 
 

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